Laufen mit Sinn?

In drei Wochen starte ich bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking. Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass ich meine Sache dort gut machen werde, habe ich irgendwie ein seltsames Gefühl dabei. Denn am Samstag wurden in einer ARD Dokumentation neue Informationen zum Doping in der Leichtathletik veröffentlicht, die mich enttäuscht und sprachlos vor dem Fernseher zurückließen. Ich wünsche mir, dass die IAAF diese alarmierenden Ergebnisse endlich ernst nimmt und entsprechend handelt. Ich behaupte, es gibt keine internationale Vergleichbarkeit von Leistungen ohne ein international vergleichbares Anti-Doping-System.

Doch ich stelle mir auch die Frage, was das für mich als Athletin bedeutet. Den ARD-Informationen zufolge hat jede/r siebte Athlet/in aus der Datenbank auffällige Blutwerte, die Doping nahelegen. Demnach müsste ich nun davon ausgehen, dass bei schätzungsweise 35 Starterinnen über 800m fünf davon gedopt sind. Was bringt mich nun dazu, trotzdem an den Start zu gehen? Ich versuche, dem Laufen einen Sinn zu geben, indem ich mich auf meine eigene Leistung konzentriere. Solange ich über mich selbst hinaus wachse, ist es ein Erfolg.

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Geheimsache-Doping-Im-Schattenreich-der/Das-Erste/Video?documentId=29857156&bcastId=799280

(04.08.2015)

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